Bearbeitet von
Maximilian Fischer

Die Diskussion um die Fähigkeiten erfolgreicher Trader und Glücksspieler wird immer hitziger. Studien zeigen, dass die Mehrheit der Day-Trader Geld verliert, während nur wenige dauerhaft erfolgreich sind.
Eine Untersuchung von Chague, De-Losso und Giovannetti aus dem Jahr 2020 stellte fest, dass 97% der Trader, die mehr als 300 Tage aktiv waren, Verluste machten. Lediglich 1,1% schafften es, mehr als den Mindestlohn zu verdienen.
"Das Gefühl, langfristig zu gewinnen, scheint eine Illusion zu sein."
Die Forschung von Suchanek (2021) beleuchtet, dass nur wenige, die konstant profitieren, hohe Werte in den Eigenschaften der Dunklen Triade, wie Narzissmus und Psychopathie, aufweisen. Das könnte die Frage aufwerfen, ob emotionale Unempfindlichkeit ein Erfolgsfaktor ist?
Eine weitere Studie von Mosenhauer et al. (2021) zeigt erstaunliche Gemeinsamkeiten zwischen zwanghaftem Trading und problematischem Glücksspiel. Beide weisen eine Illusion der Kontrolle und eine Unfähigkeit zur Selbstbeurteilung auf.
Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass nicht nur das Können über Erfolg entscheidet, sondern auch psychologische Faktoren.
In Foren wird häufig die emotionale Belastung angesprochen, die mit Trading und Glücksspiel einhergeht. Viele berichten davon, dass ihre Misserfolge nicht nur auf eine fehlende Disziplin zurückzuführen sind, sondern dass ein funktionierendes Nervensystem sie daran hindert, wie unbeteiligte Trader zu handeln.
🔻 97% der Trader verlieren Geld in über 300 Tagen.
📉 Nur 1,1% erzielen mehr als den Mindestlohn.
🎭 Hohe Werte in der Dunklen Triade korrelieren mit Trading-Erfolg.
🔄 Zwanghaftes Trading erinnert stark an Spielsucht.
„Ich dachte, mein Mangel an Erfolg im Poker sei rein ein Skillproblem“, kommentiert ein Betroffener in einem Forum.
Ein weiterer Nutzer sagt lapidar: „Hätte ich gewusst, dass das alles psychologisch so verknüpft ist, hätte ich vielleicht anders gehandelt.“
Diese Erkenntnisse werfen Fragen auf: Ist der Kampf um Gewinne bei Tradern und Glücksspielern letztendlich ein psychologisches Glücksspiel selbst? Oder sind diese Menschen schlichtweg im falschen Spiel?
Es ist klar, dass die psychologischen Hintergründe von Tradern und Glücksspielern eine entscheidende Rolle spielen. Die Idee, dass Disziplin und Können der einzige Schlüssel zum Erfolg sind, wird durch die vorhandenen Studien stark hinterfragt.
Experten schätzen, dass die psychologischen Erkenntnisse zu einem Anstieg an Unterstützungsgruppen und Therapiemöglichkeiten für Trader und Glücksspieler führen könnten. Rund 60 % der Befragten in entsprechenden Foren zeigen Interesse an solchen Angeboten. Außerdem könnte es zu einem stärkeren Fokus auf verantwortungsvolles Trading kommen, was die Regulierung in diesem Bereich beeinflussen dürfte. Ein weiterer möglicher Trend ist der Rückgang der verfügbaren Online-Plattformen, die aggressives Trading unterstützen. Mehr Menschen könnten auf der Suche nach Informationen über gesunde Handelspraktiken und Anpassungsmöglichkeiten sein, sodass die Gesamtanzahl der aktiven Trader schätzungsweise um 20 % sinken könnte.
In der Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele, die zeigen, wie süchtige Verhaltensweisen durch gesellschaftlichen Druck und persönliche Gier verstärkt werden, was die Vergleichbarkeit mit modernen Trading- und Gambling-Praktiken offenbart. Ähnlich wie bei der Entwicklung des kommerziellen Kaffeekonsums im 17. Jahrhundert, der zunächst als elitäres Getränk wahrgenommen wurde, um für kurze Zeit in den Mainstream zu gelangen und schließlich als alltägliche Sucht galt, sehen wir, dass auch Trading und Glücksspiel den gleichen Weg gehen. Der Reiz, Erfolg zu haben, gepaart mit dem Verlangen nach Kontrolle, führt zu einer Art kollektiver Besessenheit. So könnte das Verständnis für die Risiken und das Verhalten zukünftiger Trader und Zocker durch diese historische Parallele bereichert werden.