Von
Lisa Becker
Bearbeitet von
Sophie Lehmann

In einer belastenden Situation äußert die Ehefrau eines Glücksspielabhängigen, dass sie an einen Scheideweg gelangt ist. Nach Jahren der Herausforderungen steht sie vor der Frage, ob eine Trennung die einzige Lösung ist.
Die 29-jährige Frau und ihr 28-jähriger Ehemann sind seit fast 10 Jahren zusammen, davon 7 Jahre verheiratet. Sie haben ein kleines Kind. Der Ehemann ist in einer Familie aufgewachsen, in der Drogen- und Glücksspielabhängigkeiten verbreitet sind. Trotz anfänglicher Verantwortung hat sich die Lage verschärft.
Vor einem Jahr begann er mit Sportwetten und verlor letztendlich 5.000 Euro aus seinen Ersparnissen, gelobte jedoch Besserung. Im November, während seiner Abwesenheit, verringerte sich seine Selbstkontrolle und er verlor erneut, diesen Mal 13.000 Euro.
"Ich kann nicht atmen vor Schock", sagte die Frau.
Kürzlich kam der Ehemann nach Hause und gestand, dass er wieder 20.000 Euro Schulden gemacht hat, nachdem er sein 401k-Konto leergeräumt hatte. Dies führte bei seiner Frau zu einer emotionalen Krise, außerdem plant sie einen Vertrag zur finanziellen Absicherung (Postnup).
Obwohl der Mann Schritte zur Besserung unternimmt, darunter den Besuch von Rückfall-Präventionsgruppen und das Übertragen der finanziellen Kontrolle auf die Frau, bleibt die Frage der Belastbarkeit.
Schlüsselthemen aus den Gesprächen:
Ernsthafte Verzweiflung: Ehemann erkennt seine Probleme an, jedoch bleibt die Skepsis.
Wohl der Frau: "Denke an dich selbst in dieser Situation“, raten viele.
Hilfe suchen: Die Einrichtung von Selbsthilfegemeinschaften wird empfohlen.
🔑 Ehemann erkennt seine Abhängigkeit an.
🔑 Finanzielle Kontrolle soll der Frau übertragen werden.
🔑 Frauenquote: "Ich müsse meine eigene Sicherheit priorisieren."
Diese Situation wirft die Frage auf: Ist Liebe genug, um gegen die Herausforderungen von Abhängigkeit anzukämpfen?
Die Herausforderung, mit einer Glücksspielabhängigkeit umzugehen, ist gewaltig. Während der Ehemann Schritte zur Besserung unternimmt, bleibt die Zukunft der Familie in der Schwebe. Die Frau sollte an sich selbst denken und Realität und Schutz für ihr Kind bedenken.
Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Frau sich in naher Zukunft für ein Leben ohne ihren Ehemann entscheidet. Einschätzungen zeigen, dass etwa 70 Prozent der Partner von Menschen mit Suchtproblemen schließlich die Beziehung beenden, insbesondere wenn die finanzielle Stabilität gefährdet ist. Wenn die Frau keine greifbaren Fortschritte bei der Selbstkontrolle ihres Mannes sieht, könnte sie sich schützen und einen Schritt in Richtung finanzieller Unabhängigkeit wagen. Psychologen betonen, dass der eigene Schutz und das Wohl des Kindes an erster Stelle stehen sollten, und diese Ratschläge könnten den wahren Ausschlag geben.
Die gegenwärtige Situation erinnert an die Herausforderungen während der Reformation, als viele Menschen in den Kirchen die missbräuchlichen Praktiken der Zeit hinterfragten. Unter dem Druck äußerer Umstände und tiefgreifender persönlicher Krisen wagten viele, ihre gewohnten Verhältnisse zu hinterfragen und mutige Entscheidungen zu treffen. So wie damals der Drang nach Veränderung oft eine Bewegung ins Ungewisse einleitete, könnte auch hier die Frau den Mut finden, ihre eigene Zukunft fernab von der Abhängigkeit ihres Mannes zu gestalten.